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Politik

Wohin fährt die Bahn?

Was sind die Ziele der Bahn?“, frage ich mich, wenn ich heute morgen im Radio höre, dass die Bezüge des Vorstandes der Deutschen Bahn AG im kommenden Jahr kräftig erhöht werden sollen. Ist es der sog. Shareholder-Value oder die Zufriedenheit der Bahnkunden?

Die Bundesregierung möchte die Bahn gerne an die Börse bringen. Diesem Ziel ordnet der DB-Vorstandsvorsitzende Mehdorn anscheinend alles unter. Die ICE-Pannen der letzten Tage und Wochen sind uns allen noch sehr präsent. Um dieses Ziel voranzutreiben sollen die Mitglieder des Bahnvorstandes in 2009 mit einem höheren Gehalt – von bis zu 900.000 € ist die Rede – und zusätzlich erhöhten Bonus-Zahlungen abgefunden werden.

Der Kunde bleibt hingegen auf der Strecke. Erinnern wir uns: vor nicht allzu langer Zeit sollte sogar eine Schaltergebühr für den Ticketverkauf eingeführt werden. Aktuell stehen eine ganze Reihe von ICE 3 und ICE-T in den Werkstätten.

Deutsche Bahn AG
Deutsche Bahn AG

Herr Mehdorn, wie wäre es, wenn die Bahn ihr Geld in eine ordentliche Technik investiert? In zeitgemäße Bahnhöfe – auch auf dem Land!?

Nicht verstehen und akzeptieren kann ich derzeit auch die Strategie der Bundesregierung. Für nicht erbrachte Leistungen in der Steigerung der Kundenzufriedenheit sollen die Bahnvorstände finanziell belohnt werden. Ab nächstem Jahr bis zu einer knappen Millionen Euro. Bei den Banken hingegen erwartet die Regierung von selbigen, die den Rettungsfonds in Anspruch nehmen, eine Absenkung der Vorstandsbezüge auf max. 500.000 Euro. Wieso kann die Regierung nicht bei seinem eigenen Unternehmen DB AG mit gutem Beispiel vorangehen?

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Unterwegs

InterRail, Tag 22: Nachtzug – Oedekoven

4. August 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)! Und Digitalkameras liegen auch noch in ferner Zukunft.

Habe die Nacht hindurch nur hin und wieder geschlafen. Richtig wach bin ich dann ab 7 Uhr in Mulhouse. Im Abteil ein Holländer, ein Franzose, ein Deutsch-Franzose mit Tochter. 8.07 Uhr in Straßburg. Trinke im Bahnhofsrestaurant einen Cafe au lait (9 FF).

Telefoniere (5 FF) nach Hause und gebe Ankunftszeit durch: 17.10 Uhr Bonn Hbf. Kaufe am Schalter Fahrkarte inkl. EC-Zuschlag für 60 FF.

Bilder anklicken um zu vergrößern:

9.49 Uhr Abfahrt Straßburg. Ankunft Lüttich: 14.50 Uhr, Abfahrt 15.00 Uhr. Zug voll. Sitze im Gang des Großraumwagens, Rucksack jedoch im Gepäckfach. Finde dann doch noch einen Sitzplatz, weil die Jüngste einer Aachener Familie laufend unterwegs ist. Der Vater bietet mir den Platz an.

4. August 2019 | Und dann endet abrupt das Tagebuch von der InterRail-Reise 1989. Ich vermute, dass mich meine Eltern in Bonn Hbf abholten.

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Unterwegs

InterRail, Tag 21: Cassis – Nachtzug

3. August 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)! Und Digitalkameras liegen auch noch in ferner Zukunft.

Kurz nach 8 Uhr aufgestanden, Frühstück, Rucksack gepackt und mit den Wesselingern im Auto nach Cassis mitgefahren. Jugendherberge für zwei Nächte bezahlt (72 FF). In Cassis eingekauft (69,95 FF). Danach mit Cafe au lait und Croissant ein zweite Frühstück gegönnt (17,20 FF) und Postkarten gekauft (4,50 FF).

InterRail 1989: Eine Regionalzeitung informiert am 3. August über die Waldbrände (1)
InterRail 1989: Eine Regionalzeitung informiert am 3. August über die Waldbrände

Restaurant gesucht und gefunden: schön klein, gemütlich, drei Jungs, die den Laden schmeißen, und gute Musik. Gegessen und getrunken habe ich dort eine soup poissons, une pizza fruits de mer, une vin de Cassis et une cafe (110 FF). Vertreibe mir danach die Zeit im Dorf, kaufe mir eine Regionalzeitung (4 FF), die FAZ (8,50 FF) und einen Cassis-Aufnäher (8,50 FF). Zwei Telefonate nach Hause (10 FF).

InterRail 1989: Eine Regionalzeitung informiert am 3. August über die Waldbrände (2)
InterRail 1989: Eine Regionalzeitung informiert am 3. August über die Waldbrände

Fahre um 17.30 Uhr mit dem Bus nach Marseille (16,10 FF) und komme dort um 18.20 Uhr an. Nehme den Zug um 20.52 Uhr nach Luxemburg. Ich müsste jetzt noch 240,50 FF im Portemonnaie haben, es sind aber nur 165,75 FF: Differenz von 74,75 FF. Der Zug nach Luxemburg fährt, aus welchen Gründen auch immer, nicht. Nehme daher den 22.22-Zug nach Dortmund, fahre aber nur nach Straßburg. Trinke vor der Abfahrt noch einen Kaffee (8,50 FF).

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Unterwegs

InterRail, Tag 12: Clermont-Ferrand – Perpignan

25. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)! Und Digitalkameras liegen auch noch in ferner Zukunft.

8 FF von gestern Abend notiert. Stehe gegen 8 Uhr auf. Frühstück. Rucksack packen. Kaufe am Bahnhof 10er-Pack Briefmarken (22 FF) und eine Postkarte (1,70 FF). 9.18 Uhr Zug nach Neussargues. Nach langer Zeit wurde noch einmal mein InterRail-Ticket kontrolliert. An der l’Allier vorbei geht’s nach Issoire. Die Berge hoch stelle ich fest, dass der Zug von einer Diesel-Lok gezogen wird. Brassac les Mines: ca. 10 Uhr; im Bahnhof von Arvant stehen Güterwaggons der DB: 10.15 Uhr.

Nach Lemdes richtig in’s Gebirge hinein, mehrere Tunnel hintereinander. Auch hier Waldsterben. Sehe an den Bahnübergängen viele NL. 11.05 in Neussargues an, umgestiegen, um 11.15 Uhr ab nach Beziers. Sitze jetzt gegenüber eines Priesters, der Deutsch spricht. Gute Gespräche. Jetzt wieder mit E-Lok unterwegs. Am Viaduc de Garab über einen See mit genialem Blick. Brücke von Gustav Eiffel erbaut – natürlich mit Stahl.

Lanzere: 1029,6 m ü. NN – interessante Oberleitung, keine normalen Masten, sondern halbrunde, die die Gleise komplett überspannen. Entlang der N9: schönes Tal.

Marvejols: 681,1 m ü. NN., 12.40 Uhr; Severac le Chateau: 13.15 Uhr. Bei Larnac: gewaltloser Widerstand von Bauern und MRJC gegen Ausbau eines militärischen Versuchslagers. Millau, 13.45 Uhr. Pfarrer, mit dem ich mich viel unterhalten und der mir so einiges über die Gegend erläutert hat, steigt in Montpaon aus. Lunas: kleiner Campingplatz direkt am sauberen Bach! 15.00 Uhr: Bedarieux. Seit Millau: wolkenlos, Mittelmeerklima setzt sich durch. 15.40 Uhr: Beziers; am Bahnhof Michelin-Karte gekauft (7,50 FF).

Gehe jetzt ins Stadtzentrum: ein Modegeschäft neben dem anderen. Endlich was Essbares: ein Nutella-Crepes (10 FF). Abendessen um 17 Uhr: ein Baguette mit Camembert und 100 gr Salami (18,05 FF); und noch eine Packung Kekse (7,80 FF).

Bin wieder zum Bahnhof. Da es hier in Beziers keinen Camping-Platz gibt, fahre ich weiter nach Perpignan, wo es eine Jugendherberge gibt. Planmäßige Abfahrt: 18.04 Uhr, real 18.20. Zwischen Narbonne und Perpignan direkt am Mittelmeer entlang; wieder Salzfelder.

19 Uhr: Perpignan. Suche die Jugendherberge ca. eine Stunde lang; ein Obdachloser zeigt mir den Weg. In der Jugendherberge sind viele vor mir dran. Buche für eine Nacht mit Frühstück für 50 FF. Dusche. Gehe Essen und trinke ein Bier (6 FF) dazu. Spiele mit zwei Hamburgern Skat. 23 Uhr ins Bett.

InterRail 1989: Postkarte aus Perpignan
InterRail 1989: Postkarte aus Perpignan – „Nach Nantes war ich on Clermont-Ferrand. Dann bin ich weiter nach Beziers/Mittelmeer. Habe dort aber keinen Zeltplatz gefunden. Bin daher weiter südlich nach Perpignan in die Jugendherberge. …“ (Fortsetzung morgen)
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InterRail, Tag 11: Nantes – Clermont-Ferrand

24. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)! Und Digitalkameras liegen auch noch in ferner Zukunft.

Paul (einer der Freiburger KLJB’ler) weckt uns um 6 Uhr, weil es anfängt zu regnen. Der Turnhallenmeister öffnet uns die Türen und schon nach wenigen Sekunden schüttet es vom Himmel. Bis 8 Uhr schlafen wir weiter. Wolfgang ist um 8.30 Uhr weg und ich gehe – nach Verabschiedung von den Augsburgern – mit den Freiburgern am Bahnhof für 20,20 FF frühstücken.

Um 10.29 Uhr geht mein Zug in Richtung Grenoble, steige aber in Moulins um. Kaufe mir vor der Abfahrt noch was Verpflegung (Kekse, Wasser: 6,10 FF) und die Zeitung Press Ocean, in der ein Foto von Claudia, Beate, Thomas und mir drin ist:

InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean.
InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean. Siehe dazu auch den Blogbeitrag vom 22. Juli 1989.

12.30 Uhr: Tours; 14.48: Moulins-sur-Allier. Umsteigen, 14.51 Abfahrt nach Clermont-Ferrand. Schön kühl im Abteil. Das Zentral-Massiv ist schon in Sichtweite. Das Wetter ab Renan: 1/4 bewölkt, sonnig. Fahre hinter Ryon an einer LKW-Teststrecke (des Militärs?) vorbei.

Bahnstrecke Nantes - Clermont-Ferrand
Interrail 1989: Bahnstrecke Nantes – Clermont-Ferrand

16.15 Uhr Ankunft in Clermont-Ferrand, finde sofort die Jugendherberge und gehe zurück zum Bahnhof zur Tourist-Info. Der Mann spricht fließend Deutsch. 17 Uhr wieder in der Jugendherberge (Zimmer 16): 43 FF inkl. Frühstück. Dusche!

Gehe in die Stadt. Es fängt an zu regnen, an zu schütten. Gehe kurz in die Kathedrale und durch die Fußgängerzone. Esse ein Salami-Baguette und trinke einen kaffee (14 FF). Im Regen dann zurück zu Jugendherberge. Danach nochmal zum Bahnhof: telefoniere für 5 FF nach Hause. (…)* Zurück in die Jugendherberg, noch ein Bier (Rechnung auf morgen). Gute Nacht!

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(…)* rein private, familiäre Dinge

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InterRail, Tag 9: Nantes – Fete du MRJC

22. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Bin mit den Freiburger um 8.10 aufgestanden, gemeinsam gefrühstückt und um 9.45 zum Bahnhof gegangen. Ich warte jetzt um 10 Uhr hier auf KLJB’ler*innen, die vielleicht um 10.13 mit einem Zug aus Paris ankommen. Aber keine kam. Daher bin ich dann zum Cours St. Pierre, wo schon viele MRJC’ler*innen Vorbereitungen trafen. Das habe ich mir dann eine Zeit lang angeschaut und bin dann zum vereinbarten Treffpunkt vor der Kathedrale gegangen.

Ca. 11.30 Uhr. Mache ein KLJB-Schild an meinen Rucksack. Gehe gegen 11.45 zum Cours St. Pierre zurück. Melde mich offiziell an , bin der erste Deutsche und setze mich auf meine Iso-Matte. Da kommen Thomas, Claudia und Beate. Sie setzen sich zu mir.

InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean.
InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean.

Wolfgang kommt auch dazu und auch die Freiburger, u.a. mit Paul. Uns fünf Kölner KLJB’ler*innen werden zwei (!!) Dolmetscherinnen zugeteilt. Der Platz füllt sich. Die Bundesstelle ist um 14 Uhr nicht an der Kathedrale, aber um 15 Uhr auf dem Platz. Ca. 6-7.000 Jugendlkiche. Ansprachen u.a. vom Bischof von Nantes und vom Sport- und Jugendminister. Danach Umzug durch die Stadt. SUPER!

InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) - Bürgermeister, Minister, MRJC-Vorsitzende
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) – Bürgermeister, Minister, MRJC-Vorsitzende

Trinken am Ende vor der Kathedrale noch ’nen Cafe au lait, den uns Thomas spendiert. Danach besorgen wir uns einen Sitzplatz in einem der vielen Busse. Als internationale Gäste haben wir Vorrechte: Der Buskorso wird von Polizei-Streifen eskortiert. Es geht nach La Beaujoire, ins Messegelände. Unsere Dolmetscherinnen Emanuelle und Emanuelle besorgen uns für 20 FF ein Abendessen.

„Wir sind 10.000, um dieses Wochenende hier in Nantes ein großes Fest zu feiern“, so begann am Samstagnachmittag auf dem Cours Saint Pierre, einem großen Platz hinter der Kathedrale, die Vorsitzende der MRJC ihre Begrüßungsrede. Auch der Bischof von Nantes, Msgr. Marcus, und der französische Jugend- und Sportminister, Roger Bambuck, richteten Grußadressen an die versammelten Landjugendlichen. Nach dem Steigenlassen von mehreren hundert Luftballons, Symbol für die enge Verbindung mit den anderen internationaslen Landjugendverbänden, und einem begeisterte, farbenfrohen Umzug durch das Stadtzentrum von Nantes, ging es mit Bussen in das am Stadtrand gelegene Messezentrum „Parc des Expositions de la Beaujoire“. Ein Open-Air-Konzert von „Louis Bertignac et les visiteurs“ und von „Charlelie Couture“ verlängerten den ersten Tag bis in die Nacht.

Auszug aus einem Bericht, den ich 1989 für die Zeitungen der KLJB-im Erzbistum Köln (Info, 3/89) und des KLJB-Bundesverbandes (Bundesforum, 7/89) schrieb.

Hier ist tierisch was los. Beim Organisieren des Abendessens kommen wir in die Großküche, wo alles frisch zubereitet wird. So kommt es dann auch, dass wir das Essen am Stand der PRIORITAIRES erhalten. Dazu trinke ich dann ein kühles, französisches Bier (10 FF).

Ach ja, von Emanuelle haben wir erfahren, dass wir keinen Teilnahmepreis bezahlen müssen, aber trotzdem den Fahrtkostenzuschuss erhalten.

InterRail 1989: Die Zeitung Presse-Ocean mit einem großen Sonderteil zum MRJC-Fest.
InterRail 1989: Die Zeitung Presse-Ocean mit einem großen Sonderteil zum MRJC-Fest.

Am Montag, 24. Juli 1989 berichtet die Regionalzeitung „Press Ocean“ mit zahlreichen Artikeln über das große MRJC-Treffen. Diese habe ich über zwei Blogbeiträge verteilt.

Wir sitzen jetzt praktisch vor der Orga-Zentrale und dem Sanitäter-Ort: guter Betrieb, vor allem für die Sanis. Gerade ist ein Arzt angekommen.

Wir gehen jetzt zum Musik-Konzert. Zwei Gruppen treten auf. Die erste spielt schön rockig, die zweite hat einen intellektuellen Touch. Claudia, Thomas und Beate gehen zum Zeltplatz. Wolfgang und ich bleiben noch bis 23.30 und suchen dann den Bus 85H; finden ihn nach einiger Zeit. Busfahrer ist sehr nett. Der Bus füllt sich langsam mit Jugendlichen aus der Vendee und aus der Gegend des Genfer Sees. Fahren ca. 24 km nach Nord-sur-Erdre und übernachten dort in einer Turnhalle.

Linktipps:
Mouvement de la Jeunesse Rural Chretienne (MRJC)
Katholische Landjugendbewegung (KLJB)

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InterRail, Tag 8: Le Croisic

21. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Aufgestanden gegen 8.30 Uhr; warte jetzt darauf, dass die beiden Kieler ihre Rucksäcke gepackt haben, damit wir gemeinsam zum Frühstück gehen können. Nach dem Frühstück – ich habe den camembert aufgegessen – gehen wir gegen 10 Uhr zum Bahnhof. Die zwei fahren nach La Rochelle weiter und ich sitze jetzt in dem 10.19-Uhr-Zug nach Le Croisic.

Habe angefangen den „Info 3/89“-Artikel Allgemeines zum Diözesantreffen zu schreiben. Hinter La Baule sehe ich die ersten Salzfelder. Seit St. Nazaire hält der Zug an fast jeder Mülltonne. 11.30 Le Croisic, bewölkt, keine Sonne, ca. 25 C.

InterRail 1989: Postkarte (2) aus Le Croisic
InterRail 1989: Postkarte aus Le Croisic

Abfahrt wieder um 17.27 (oder 12.29, 13.17, 15.01). Bin durch’s Dorf gegangen und habe noch zwei Postkarten und vier Briefmarken (12,40 FF) gekauft. Der Strand ist anfangs aus feinem sand und jetzt bei Ebbe ist die sehr felsige Küste zu sehen. Ich gehe ein paar Minuten über die Felsen, bleibe hier und da stehen. Ein einmaliger Eindruck: Zwischen den Felsen sind Schluchten, Löcher, mit glasklarem Salzwasser. Auf den Felsen mengenweise Muscheln, sehe kleine Krebse umherlaufen. Es fängt an hzu tröpfeln. Gehe in eine Creperie Mittagessen: Crepes Sorbet mit Ananas- und Zitronen-Eis und trinke einen Aprikosensaft dazu – das alles für nur 36 FF incl. einer Tasse Kaffee.

Die Sonne ist inzwischen durchgebrochen und ich liege jetzt auf einem felsen an der Küste. Super! Hin und wieder ein Auto, Möwengeschrei, das Rauschen der ansteigenden Flut …

Gehe jetzt durch den Ort zurück.Komme an der kirche vorbei, schön kühl, bleibe etwa 15 Minuten, erbaut 1494-1507. Gehe weiter, kaufe zwei Postkarten (3,40 FF) und wechsle in der Post Geld: 670 FF für 200 DM. Auf dem weg zum Bahnhof auf einen Hügelturm mit Blick über die ganze Halbinsel: super! Die Salzfelder, Hafen, Orte, das Meer bieten ein schönes Bild. Treffe drei Kölner, die hier drei Wochen Urlaub machen. Hier machen viele Deutsche Urlaub: die Postfrau sprach fleißend deutsch. Auch sehe ich viele deutsche Autos: BIT, D, FR, …

Gegen 15.30 Uhr gehe ich zurück zum Hafen kaufe im Supermarkt eine Tüte Chips und eine Tüte Ananassaft (12,40 FF). Sitze jetzt am Hafenkai für 1 1/2 Stunden. Sehe, wie die Flut unaufhörlich ansteigt. Vor mir eine kleine Sandbank, die langsam aber sicher verschwindet. Hier im Hafen ist eine starke Strömung, wie ich sie noch nie am Meer gesehen habe: Die Strömung geht wegen der Flut landeinwärts.

InterRail 1989: Postkarte (1) aus Le Croisic
InterRail 1989: Postkarte aus Le Croisic

Gehe nochmal die Promenade entlang. Souvenirläden sind inzwischen geöffnet, da auch mehr Touristen (D, NL, GB) rumlaufen. Kaufe mir noch einen Le-Croisic-Aufnäher (13,50 FF) und gehe dann zum bahnhof. Abfahrt nach Nantes: 17.27 Uhr. Ankunft: 18.15.

Gehe direkt zur JH. Dort wartet die Münchnerin auf mich, da sie für uns gemeinsam kochen wollte. Also legen wir los: Tomatensalat, Schweineschnitzel in Weinsoße mit Paprika, reis und als Nachtisch Pfirsische.

Gehe danach ins Zimmer und nähe mit Mühe und Not den Le-Croisic-Aufnäher an. Diese Nacht schlafen zwei Schwarzwälder bei mir im Zimmer. Sie sind im Moment noch unterwegs. Gute Nacht!

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InterRail, Tag 7: Nantes

20. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Aufgewacht um 7.30 Uhr, 8.30 aufgestanden, 9-9.30 gefrühstückt, danach in die Stadt: Jardin du Plantes, Cathedrale, Chateau, Place Ste Croix, Place Royale, Place du Commerce, Passage Pommeraye, auf der Rue Santeuil haben die beiden Kieler und ich zu Mittag gegessen: ein Salade Fraiche und ein Croque Dore (25,90 FF).

Dann weiter zum Musee Jules Verne. Vorher noch ein Liter Milch (5,70 FF) getrunken, dann das Museum (5 FF): wirklich empfehlenswert, mit deutsch-sprachigem handzettel im Preis incl.; zurück durch die City, dort noch eingekauft: eine Fl. Sprite, eine Fl. Wein, zwei Packungen Kekse (24 FF). Im Jardin du Plantes Pause gemacht auf dem Rückweg zur JH.Dort erstmal gut auf’s Bett gelegt und ausgeruht.

InterRail 1989: Aus dem Flyer-Guide des Jules-Verne-Museum in Nantes.
InterRail 1989: Aus dem Flyer-Guide des Jules-Verne-Museum in Nantes.

Im Kursbuch der Kieler suche ich mir eine Bahnstrecke durch die Auvergne bzw. das Zentral-Massiv. Die Münchnerin hat für uns drei, drei weitere Kieler und zwei Engländerinnen gekocht: Spaghetti mit richtiger Tomatensoße, gebratenen Auberginenscheiben und als Nachtisch gekochte Pfirsische in Weinsoße. Alle Mann haben zusammen gespült und abgetrocknet und für das Mahl 15 FF bezahlt. dann in’s Zimmer und so langsam bettfertig gemacht. habe den Griff für den Kochtopf ausgeliehen und er kam nicht mehr zurück.