Und tschüss! Schon wieder verabschiede ich mich von einem großen Player – heute: Amazon. Fast genau 10 Jahre war ich dort Kunde. Warum ich mein Konto schließe, beschreibe ich in diesem Blogbeitrag.
In einer Zeit, in der digitale Plattformen zunehmend Einfluss auf unser Leben, unsere Wirtschaft und sogar unsere Demokratien ausüben, wird die Frage nach ethischem Konsum und digitaler Souveränität immer dringlicher. Amazon, als einer der größten und mächtigsten Konzerne der Welt, steht seit Jahren in der Kritik – sei es wegen fragwürdiger Arbeitsbedingungen, aggressiver Steuervermeidung oder der systematischen Schwächung lokaler Handelsstrukturen.
Die jüngste Entscheidung von Jeff Bezos, rund 300 Mitarbeitende der Washington Post zu entlassen, unterstreicht einmal mehr, wie gefährlich die Konzentration von Macht in den Händen weniger ist.
Dabei hadere ich schon längere Zeit mit der App auf meinem Smartphone: Amazon ist nicht nur ein Online-Händler, sondern ein Konglomerat, das von Cloud-Computing (AWS) über Streaming-Dienste bis hin zu Logistiknetzwerken reicht. Amazon untergräbt durch seine Preispolitik und Logistik kleine und mittlere Unternehmen, die keine Chance haben, mit den Konditionen des Konzerns mitzuhalten. Dies führt zur Verödung der Innenstädte und zur Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. Berichte über extremen Leistungsdruck, Überwachung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse in Amazons Lagern sind seit Jahren bekannt. Der Konzern setzt auf Automatisierung und Effizienz – oft auf Kosten der Mitarbeiter:innen. Trotz milliardenschwerer Gewinne zahlt Amazon in vielen Ländern kaum Steuern, was die öffentliche Hand und damit die Gesellschaft belastet.
Amazons Entscheidung ist nicht nur ein Schlag für den Qualitätsjournalismus, sondern zeigt auch, wie Bezos seine wirtschaftliche Macht nutzt, um Medien – und damit die öffentliche Meinung – zu beeinflussen. Eine freie Presse ist ein Grundpfeiler der Demokratie. Wenn ein Milliardär wie Bezos über die Zukunft eines solchen Mediums entscheidet, entsteht ein gefährliches Ungleichgewicht. Seine Nähe zu Donald Trump ist bekannt (DER SPIEGEL (+)).

Meine Entscheidung, mich von Amazon abzumelden, ist mein bewusster Schritt hin zu mehr Verantwortung – für mich selbst, für die Gesellschaft und für die Demokratie. Unternehmen wie Amazon sind nicht nur wirtschaftliche Akteure, sondern politische Mächte, die unser Leben in allen Bereichen beeinflussen. Indem wir Alternativen nutzen, stärken wir die Vielfalt, den Datenschutz und die digitale Souveränität.
Die Entlassungen bei der Washington Post zeigen: Es geht nicht nur um Konsum, sondern um die Frage, in welcher Welt wir leben wollen. Eine Welt, in der Milliardäre über Medien und Meinungen entscheiden? Oder eine Welt, in der wir als mündige Bürger selbstbestimmt handeln können?
Also: Amazon-Konto kündigen und die App vom Smartphone löschen.

Welche Erfahrungen hast du mit Alternativen zu Amazon gemacht? Gibt es Plattformen oder Initiativen, die du empfehlen kannst? Teile deine Gedanken gerne in den Kommentaren.

Eine Antwort auf „Digitale Souveränität IV – Amazon“
@fediverse top Entscheidung. Kudos.