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Rezension

„Fotogeschichten: Kölner Südstadt“

Am 27. März 2024 war der Pfarrsaal von St. Severin in der Kölner Südstadt bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder, denn mit Wolfgang Niedecken und Eusebius Wirdeier stellten zwei prägende Stimmen des Veedels ihren neuen Bildband „Fotogeschichten: Kölner Südstadt“ vor – eine fotografische und persönliche Reise durch Vergangenheit und Gegenwart eines der lebendigsten Viertel Kölns.

Ich war schon reichlich vor Beginn der Lesung und Buchvortellung in Köln und habe mir das Vringsveedel nochmal in Ruhe angeschaut.

Eine Hommage an die Kölner Südstadt

Ein Veedel, drei Blickwinkel

Der großformatige Band (erschienen im Emons Verlag) verwebt auf 240 Seiten drei Perspektiven zu einem stimmungsvollen Ganzen:

  1. Chargesheimer, der legendäre Kölner Fotograf, hielt in den 1950er-Jahren das Leben rund um die Severinstraße, den Chlodwigplatz und den Volksgarten in ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Bildern fest. Viele dieser Aufnahmen waren bislang unveröffentlicht – etwa Karnevalsszenen, Straßenszenen mit Kindern oder Nachkriegsspuren.
  2. Wolfgang Niedecken, geboren 1951 direkt im Veedel, steuert persönliche Anekdoten und Familienfotos bei – vom Blick auf den Laden seines Vaters bis zu den ersten Auftritten mit BAP. Seine handschriftlichen Kommentare geben dem Buch eine intime, fast nostalgische Note. Niedecken erklärte bei der Buchvorstellung: „Es war wie eine Rückkehr in meine Kindheit – zwischen Vringspooz und Nächelsjass.“
  3. Eusebius Wirdeier, selbst Fotograf und Herausgeber, rundet das Ganze mit aktuellen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den Jahren 2019 bis 2023 ab. Multikulturelles Leben, moderne Architektur und Alltagsmomente zeigen, wie sich das Veedel verändert – und doch treu bleibt.
Wolfgang Niedecken und Eusebius Wirdeier: "Fotogeschichten Kölner Südstadt"
Wolfgang Niedecken und Eusebius Wirdeier: „Fotogeschichten Kölner Südstadt“

Kein reines Fotobuch – ein Zeitdokument

„Fotogeschichten: Kölner Südstadt“ ist mehr als ein Bildband. Es ist ein Zeitdokument, das die kölsche Seele atmet. Die Kombination aus historischen Aufnahmen, persönlichen Erinnerungen und aktueller Dokumentation macht das Buch zu einer Hommage – nicht nur an das Veedel, sondern auch an das, was Köln im Kern ausmacht: Nähe, Wandel und Zusammenhalt.

Das Werk wurde beim Deutschen Fotobuchpreis 2024 mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Buchvorstellung

mit Wolfgang Niedecken und Eusebius Wirdeier (alle Fotos: Ralf Simon)

Kurzrezension:

„Fotogeschichten: Kölner Südstadt“ ist eine historisch wertvolle Zeitreise in ein Stück rheinischer Alltagskultur. Das Buch ist gleichermaßen für Fotobegeisterte wie für Geschichtsinteressierte, Südstadt- oder auch Niedecken-Fans eine klare Empfehlung – nicht zuletzt dank der gelungenen Kombination aus Basisarbeit von Chargesheimer, lebendigen Erinnerungen Wolfgang Niedeckens und den Bildern von Eusebius Wirdeier.

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BAP Internet Kirche Unterwegs

Alles fließt.

Alles fließt. Am Kölner Dom vor allem der Rhein.

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BAP

Zwei BAP-Konzerte an einem Tag?!

Frage- und Ausrufezeichen stehen ganz bewusst in dieser Reihenfolge. Denn zuerst ist da natürlich das ungläubige Staunen: Geht das? Tut sich eine Band so etwas an? Und: Wer schaut sich zwei Konzerte einer Band an einem Tag an?

Und dann kommt gleich darauf die Antwort: Ja, das geht! Es gibt Menschen, die machen sowas! So geschehen am Samstag, 26. September 1987.

Ich kam gestern auf die Idee, von diesem für mich doch durchaus wichtigen Tag im Leben eines BAP-Fans zu bloggen. Nachdem meine Lieblinxkapelle vorgestern den zweiten Teil der „Live & Deutlich”-Tour mit einem grandiosen Konzert im Kölner Palladium abgeschlossen hatte, kam ich nicht umhin – der Live-Übertragung auf diversen Kanälen sei Dank! -, mir am gestrigen Feiertag insgesamt zweimal das vom zuständigen Plattenlabel veröffentlichte Video anzuschauen: zwei Mal dreieinhalb Stunden geballter Kölsch-Rock dargebracht von der normalerweise sechsköpfigen Band, erweitert durch drei hervorragende Bläser … zuzüglich zwei Gästen, von denen Rhani Krija in seiner spielfreien Sting-Spielzeit früher schon des öfteren bei BAP dabei war:

https://www.youtube.com/watch?v=kojS32JnEnI

Ach ja, zwei Konzerte … genau. Gestern habe ich mir also ein und dasselbe BAP-Konzerte zwei Mal via YouTube und TV angeschaut – keine 24 Stunden nachdem ich dasselbe schon „live und deutlich” miterleben durfte. Und da erinnerte ich mich wieder einmal daran, dass ich ja tatsächlich schon einmal zwei (unterschiedliche!) BAP-Konzerte an einem Tag erlebt hatte! 1987 eben.

Und das kam so: 1986 war BAP mit dem Album „Ahl Männer, aalglatt” auf großer Tournee. Anfang 1987 absolvierte Wolfgang Niedecken mit seiner Complizen-Band hier in Deutschland ein paar Gigs, die mit drei Konzerten in Managua (Nicaragua) abgerundet wurden. Nach der Sommerpause traf sich dann wieder die BAP-Besetzung, um sich für die China-Tournee im Oktober warm zu spielen. Eines dieser schon lange vorher geplanten Konzerte sollte beim „Konzert gegen Apartheid” in der Essener Grugahalle stattfinden, wofür ich mir rechtzeitig ein Ticket kaufte – die Ticket-Nummer 103 spricht für sich!

„BAP on Airport”

Dass ich nach Essen fahren wollte, stand also schon frühzeitig fest. Und dann bekam ich von einem Freund im Heimatdorf, wo man natürlich von meiner musikalischen Vorliebe weiß, den Hinweis, dass BAP demnächst auf dem Köln/Bonner-Flughafen spielen würde. Und er käme vielleicht an ein Ticket dran! Denn seine Mutter arbeite bei der Lufthansa und für die LH-Mitarbeiter*innen wolle BAP ein Dankeschön-Konzert geben, weil die Airline das Equipment während der China-Tour transportieren werde. Hallo!? Ja, klar, sagte ich … da bin ich dabei! Wenn deine Mutter so ein Ticket bekäme … das wäre toll! Und so hatte ich dann auch bald dieses Ticket in meinen Händen. 🙂

https://twitter.com/rasibo/status/1058094398972530691

An dem besagten Samstag fuhr ich dann also mit dem Auto meiner Schwester zum Köln/Bonner-Flughafen. So richtig kann ich mich an das Konzert, das open air am Rande des Flugfeldes stattfand, nicht mehr richtig erinnern. Dauer? Setliste? Keine Ahnung mehr … Ich weiß aber noch, dass ich ein Schweißstirnband kaufte (oder vielleicht doch geschenkt bekam?). Es befindet sich heute noch in meiner kleinen *hust* Devotionalien-Sammlung.

Nach dem Konzert musste ich dann mit dem Auto den Weg nach Essen antreten. Ohne Navi oder so – 1987!! Aber nichts einfacher als das, denn die Lieblinxkapelle muss ja den selben Weg nehmen und so wartete ich am einzigen Parkplatz zwischen Flughafen und A59-Auffahrt auf den Band-Bus, dem ich ab da dann unauffällig nach Essen folgte. Als ich dann die Ausschilderungen zur Grugahalle sah, dachte ich: Wo parke ich denn nun? Einfache Frage, einfache Lösung: einfach mal das Ticket auf’s Armaturenbrett legen und schauen, was passiert. Und schon war ich hinter dem Band-Bus an der Security vorbei quasi im Backstage-Bereich gelandet.

Von da aus wurschtelte ich mich dann irgendwie in der Grugahalle durch. Irgendeine Ticketkontrolle muss ich dann jedenfalls doch noch passiert haben.

Waschsalon

Beim „Konzert gegen Apartheid” – soweit kann ich mich noch erinnern – traten ein ganze Reihe von Bands auf. Es gab mindestens ebens viele Reden gegen Apartheid, Rassismus und Rüstung. Irgendwann, am sehr späten Abend, trat dann endlich BAP auf – als Headliner. Auch hier kann ich nicht mehr viel Erinnerungen nachweisen. Aber ein Ding bleibt mir unvergessen: Zum „Waschsalon” fuhren die Roadies auf einmal drei Waschmaschinen auf die Bühnen. Sie waren mit Brettern fixiert und verbunden und auf diese ganze Konstruktion hoben sie dann Effendis (Axel Büchel) Keyboard hinauf. Währenddessen erzählte Wolfgang ein paar Takte, u.a. auch davon, dass sie heute Nachmittag schon auf dem Flughafen Köln/Bonn gespielt hätten. Und es kam wie es kommen musste: Ein paar Hände – meine auch – erhoben sich und Wolfgang bat die vier, fünf Leute auf die Bühne. Ich rockte dann während des Waschsalon neben dem Effendi auf den Waschmaschinenbrettern mit ab. Seitdem kann ich so halbwegs nachvollziehen, wie es sich auf der Bühne anfühlt und vor 1.000 oder 15.000 Menschen zu spielen. Ich hatte die Ehre, genau dieses immerhin für drei, vier Minuten aus dieser Perspektive genießen zu dürfen.

Was nach dem Konzert passierte, wie genau ich nach Hause kam … auch da verlassen mich wieder meine Erinnerungen. Jedenfalls dürfte ich damals einen ganzen Satz an Musikcassetten dabei gehabt haben, um mir die drei Autofahrten kurzweilig zu gestalten.

Wenn jemand von den geneigten Leser*innen zufälligerweise Bildmaterial oder weitere Informationen (z.B. Liste der aufgetretenen Bands, BAP-Setliste, …) vom „Konzert gegen Apartheid“ hat, wäre ich für eine Kontaktaufnahme sehr dankbar!

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BAP

BAP in Köln

Am Samstag, 2. Juni, durfte ich nach Stuttgart und Trier das dritte Konzert binnen vier Tagen der aktuellen NiedeckensBAP-Tour 2018 genießen. Es war zugleich mein 100. BAP-Konzert insgesamt, seit ich am 10. Juni 1982 (ja, genau, DER 10. Juni!) die KölschRocker erstmals live sehen durfte. (Eine vollständige Liste gibt es hier.)

Eigentlich war es für mich ein ganz normaler Tag, als wir am späten Samstagvormittag von Aachen aus mit der Bahn nach Köln aufbrachen.

So hatten wir also bei allerbestem Wetter noch reichlich Zeit ein kleines BAP-„Touristenprogramm“ in Köln zu absolvieren:

Das Konzert selbst war wieder ein Highlight, wenngleich uns zwischendurch ein sich laut mit ihren Eltern unterhaltendes Mädchen am Musikgenuss störte. Ätzend, dass Menschen für ihre Verzällcher auf ein Konzert gehen und nicht in die Kneipe!

Wie du an der nachfolgenden Setliste siehst: Es wurde wieder richtig schön abgerockt!

Die Setliste meines 💯. #BAP-Konzertes (2. Juni, #Köln) #latergram #NiedeckensBAP @niedeckensbap / Foto von @mariusgoldhammer

Ein Beitrag geteilt von Ralf Simon (@rasibo) am

Zu diesem Bild ist noch zu sagen, dass es der „vorübergehende“ BAP-Bassist, Marius Goldhammer, aufgenommen und auf seinem Instragram-Account gepostet hat. Ich habe es lediglich repostet und die Setliste befindet sich nicht in meinem Besitz. Ich denke, dass sie demnächst auf eBay zur Versteigerung auftauchen wird. Der Erlös wird dann wieder Wolfgang Niedeckens Projekt „Rebound“ zur Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten in Uganda und in der DR Kongo zugute kommen.

Nach dem gut dreistündigen Konzert trafen sich dann noch viele der „Unheilbaren“ im Deutzer Brauhaus. das liegt nur 10 Fußminuten von der LanxessArena entfernt und im Deutzer Bahnhof – also ideal v.a. für alle Bahnfahrer*innen.

Eine Woche später, ein großer Teil der bereits oben erwähnten „Unheilbaren“ traf sich zum 13. BAP-Fantreffen im Tagungshaus „Bahnhof Ahrdorf“, holte mich das Kölner BAP-Konzert nicht nur durch die Gespräche mit den anderen BAP-Fans ein: Eine gute BAP-Fanfreundin mit allerbesten Connections zu W.N. hatte wegen meines 100. BAP-Konzertes noch etwas Besonderes für mich organisiert:

Danksagung von W.N. und der gesamten Lieblinxkapelle zu meinem 100. BAP-Konzert.
Danksagung von W.N. und der gesamten Lieblinxkapelle zu meinem 100. BAP-Konzert.

Dafür auch hier nochmal minen allerherzlichsten Dank!!

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BAP Unterwegs

Mein BAP-Jahresrückblick 2017

Vier BAP-Highlights gab es dieses Jahr – und das ohne Konzerte und Tour!

Natürlich war das Fan-Treffen in Ahrdorf eine kleine Auszeit …

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… die „Freunde treffen sich – revisited“-Ausstellung in Bergisch-Gladbach eine Augen- und Geistesweide.

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Und dann kam natürlich auch noch das „Familienalbum“.

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Getoppt wurde das alles durch das Logbuch zur 2016er-Jubiläumstour. Die Seite 135 spricht für sich:

BAP-Logbuch zum Konzert am 2. Dezember 2016 in Olsberg (Sauerland)

BAP-Logbuch zum Konzert am 2. Dezember 2016 in Olsberg (Sauerland)
BAP-Logbuch zum Konzert am 2. Dezember 2016 in Olsberg (Sauerland)

(Auch wenn andere Kapelle und andere Stadt: Natürlich möchte den Trip nach Buenos Aires zu den Toten Hosen nicht verschweigen.)

Ich bin mir sicher, dass auch 2018 wieder ein gutes BAP-Tour-Jahr wird! Für selbiges wünsche ich Dir viel Erfolg, alles Gute und vor allem Gesundheit!

Nach derzeitigem Stand werde ich am 24. Februar in Essen (W. Niedecken & Bundesjazzorchester), am 30. Mai zum offiziellen Tour-Start in Stuttgart, einen Tag später (31. Mai) in Trier und weitere zwei Tage später (2. Juni) in Köln dabei sein.

Tickets zur BAP-Tour 2018
Tickets zur BAP-Tour 2018 (Teil 1)

Im zweiten Tour-Teil im Herbst sind dann Karlsruhe (2. Oktober), Bremen (6. Oktober) und Düren (10. Oktober) schon fest eingeplant.

Wo kann ich Dich treffen? Schreib es mir als Kommentar unten rein!

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BAP

BAP geht in 2018 wieder auf Tour!

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass meine Lieblinxkapelle BAP nach einjähriger Ruhepause in 2018 wieder auf Tour gehen wird! Noch auf dem Urlaubsbett in Ponta Delgada (Sao Miguel / Azoren) liegend, orderte ich über eventim.de die Tickets für die Konzerte in Stuttgart, Trier und Köln. Heute wurden sie per Post zugestellt.

Neben den bislang acht bislang bekannten Spielorten werden im Laufe der nächsten Wochen und Monate sicher noch weitere Gigs dazukommen. Seien wir gespannt!

Sofern die weiteren Termine alle nach dem 2. Juni 2018 liegen sollten, dann werde ich eben an genau jenem Tag mein 100. BAP-Konzert besuchen. Eine vollständige Liste findest du auf meiner „Unheilbar“-Seite.

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BAP

Endlich wieder …

… ist „die Kapelle“ auf Tour. Das sind sie zwar schon seit knapp zwei Wochen, aber für mich war das vorgestern das erste Konzert im Rahmen der „Die beliebtesten Lieder 1976-2016″ – Tour.
Bevor es nachher nach Düren zum 2. Tour-Konzert geht, hier noch ein paar Eindrücke, die Setliste und ein paar Videomitschnitte:

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Alle Fotos: CC BY-NC-SA

Ich verliere nicht viele Worte: Nach langer Abstinenz wurde es wirklich wieder Zeit, die Kapelle live auf der Bühne zu sehen. Aus Reihe 2 heraus macht das natürlich nochmal mehr Spaß. Und den hatten wir!

Setliste:

Intro: „Dicker Pitter“

Frau, ich freu‘ mich
Ne schöne Jrooß
Nix wie bessher
Fortsetzung folgt
Für ’ne Moment
Jupp

Aff un zo
Alles relativ

Die Ballade vom Vollkasko-Desperado
Absurdistan
Vision von Europa
Diego Paz wohr nüngzehn
Unger Krahnebäume
Dausende von Liebesleeder
Jraaduss
Paar Daach fröher
Alles em Lot
Do kanns zaubere (mit Nena)

Kristallnaach
Arsch huh, Zäng ussenander
Verdamp lang her (mit Nena)

Halv su wild
Alexandra, nit nur do
Dä Herrjott meint et joot met mir

Amerika
Rita, mir zwei

Unendlichkeit

Et letzte Leed

Heimweh noh Kölle (mit Hans Süper)

Alle oben eingebundenen Videos findest du auch in dieser Youtube-Playlist.

(Update 19. Juni 2016: Videos in die Setliste eingebunden; Link zur Playlist ergänzt.)

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BAP

„In der Kneip‘, wo mir sons och sinn“

… man achte auf Minute 1:24.

29. Mai 2011, Chlodwigeck, Köln