Planungskonzept Jungfernpfad

Es grenzte schon an Maßlosigkeit, was sich die CDU Alfter in Sachen „Jungfernpfad“ im Mai 2002 erlaubte!

Die Gemeindeverwaltung hatte für den Planungsausschuss am 07.05.2002 erneut nach 1996 ein Planungskonzept für den Jungfernpfad in Oedekoven vorgelegt. BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN in Alfter erkannten gleich, dass hier eine Sache ins Rollen kommt, die der Entwicklung Oedekovens nicht förderlich sein kann.

Daher veranstalteten die Grünen unverzüglich eine BürgerInnen-Anhörung, an deren Ende sich eine deutliche Mehrheit gegen entsprechende Pläne der Verwaltung aussprach und auch inhaltlich die Grünen-Argumente unterstützte. Zu diesen gehören nach wie vor:

  • einzige verkehrliche Zu-/Abfahrt wäre der Jungfernpfad Richtung Wegscheid;
  • Verkehrsproblematik vorprogrammiert;
  • Sicherheitsprobleme: Grundschule, Kindergarten, zwei kirchliche Gemeindezentren, in denen Kinder-/Jugendarbeit stattfindet.

Bei so viel Bedenken, die auch von der Tagespresse dokumentiert wurden, kam die CDU nicht umhin, auch eine BürgerInnen-Anhörung durchzuführen. Schließlich kann die CDU ja nicht einfach so das Feld den Grünen überlassen. Das Diskussionsergebnis war im Prinzip dasselbe, wie bei der Grünen-Veranstaltung: breiter Widerstand gegen eine Bebauung des Jungfernpfades.

Eigentlich sollte nach diesem Kurzabriss der bisherigen Geschehnisse alles klar sein: kein Ausbau und keine Wohnbebauung am Jungfernpfad/Bücheler Weg. Aber weit gefehlt! Im Planungsausschuss am 14.11.2002 legte die CDU einen Beschlussvorschlag vor (der von der Verwaltung übernommen wurde) und sprach darin von einer möglichen „Minimal-Lösung“:

  • Änderungen in Umfang und Auswirkungen so gering wie möglich („Minimal-Lösung“),
  • keine verkehrliche Erschließung Richtung Staffelsgasse,
  • Offenhalten des Bücheler Weges für eventuelle spätere Planungen.

Die Verwaltung präsentierte dazu eine Zeichnung von 1996, nach der am oberen Ende des Jungfernpfades ein Wendehammer mit sechs bis acht Häusern entstehen könne. Das sollte also die „Minimal-Lösung“ sein, der dann in Kürze sehr wahrscheinlich die „große Lösung“ mit dem kompletten Ausbau des Jungfernpfades gefolgt wäre?!

Denn wenn bei einer späteren Bebauung des Bücheler Weges keine verkehrliche Erschließung zur Staffelsgasse hin erfolgen soll, kann doch nur der Jungfernpfad mit den o.g. Konsequenzen den Verkehrsfluss zu- bzw. ableiten. Dafür könnte er aber nicht im jetzigen Zustand verbleiben, sondern müsste ausgebaut werden. Angesichts der desolaten finanziellen Lage der Kommunalgemeinde wäre das aber nur über Erschließungsbeiträge möglich, die über eine Bebauung zu erheben wären. Damit wäre die „große Lösung“, wie die CDU sie in ihrem Antrag nennt, wieder im Rennen.

Die CDU spielte ein verlogenes Spiel: eigentlich wollte sie den Ausbau des Jungfernpfades – was zwischen den Zeilen ja auch die CDU-Ratsherren bei deren BürgerInnen-Anhörung durchblicken ließen –, andererseits traute sie sich jedoch nicht, ihr Ansinnen gegen eine sensibilisierte Bevölkerung einfach so durchzusetzen. Dass eine solche Vorgehensweise auf sehr viel Unmut in Oedekoven stößt, bekamen CDU und Verwaltung ja schon im Zusammenhang mit der Auflösung der Löschgruppe Oedekoven zu spüren.

„Jungfernpfad-Konzept“ vom Tisch

Als klaren „grünen“ Erfolg werten wir den einstimmig durch den Planungsausschuss am 17. Dezember 2002 gefassten Beschluss, die Planungskonzeption „Jungfernpfad“ nicht weiter zu verfolgen: Nur durch unsere Initiative, die BürgerInnen in diesen Planungsprozess einzubinden, wurden die großen Bedenken der Oedekovener Bevölkerung offenbar.

Der CDU wurden – trotz ihrer absoluten Mehrheit – die Grenzen ihres Handelns klar aufgezeigt.

Das „grüne Herz“ Oedekovens durch Bebauung zu zerstören, hätte den unverwechselbaren Charakter des Dorfes nachhaltig negativ geprägt. Deshalb haben sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von Anfang an gegen die Planungskonzeption ausgesprochen.

Es bleibt also stets Vorsicht geboten, wenn es um Bebauungspläne geht! Dies kann nur damit behoben werden, indem die absolute Mehrheit der CDU gebrochen und eine Koalition mit einer anderen Partei notwendig wird.

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