„Alles hat seine Zeit …“

Beim heutigen Hausgottesdienst bei missio in Aachen assistierte ich nach langer Zeit wieder einmal als Lektor und Kommunionhelfer. Was für ein schöner Zufall – oder war es doch Vorsehung? -, dass die Leseordnung ausgerechnet heute als 1. Lesung einen der schönsten und poetischsten Texte des Alten Testaments vorsieht:
Kohelet 3,1-11.

Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine Zeit1
Alles hat seine Stunde.
Für jedes Geschehen unter dem Himmel
gibt es eine bestimmte Zeit:

2
eine Zeit zum Gebären
und eine Zeit zum Sterben,
eine Zeit zum Pflanzen
und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
3
eine Zeit zum Töten
und eine Zeit zum Heilen,
eine Zeit zum Niederreißen
und eine Zeit zum Bauen,

4
eine Zeit zum Weinen
und eine Zeit zum Lachen,
eine Zeit für die Klage
und eine Zeit für den Tanz;
5
eine Zeit zum Steinewerfen
und eine Zeit zum Steinesammeln,
eine Zeit zum Umarmen
und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,

6
eine Zeit zum Suchen
und eine Zeit zum Verlieren,
eine Zeit zum Behalten
und eine Zeit zum Wegwerfen,

7
eine Zeit zum Zerreißen
und eine Zeit zum Zusammennähen,
eine Zeit zum Schweigen
und eine Zeit zum Reden,

8
eine Zeit zum Lieben
und eine Zeit zum Hassen,
eine Zeit für den Krieg
und eine Zeit für den Frieden.

9
Wenn jemand etwas tut
– welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?

10
Ich sah mir das Geschäft an,
für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht.

11
Gott hat das alles
zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan.
Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt,
doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat,
von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte.

Als ich den Bibeltext im Gottesdienst vortrug, liefen ganz besondere Gedanken in meinem Kopf ab. Ich war gefangen zwischen dem zu lesenden Text und der Melodie, die BAP zu genau diesem Text erstmals im Album „Radio Pandora“ (2008) arrangiert hatte. Ich musste mich sehr konzentrieren wirklich den Lesungstext zu lesen und nicht auf einmal in den Duktus des Songs abzuschweifen. Denn dieser Song gehört seit 2008 zu einem meiner meistgeschätzten Lieblingssongs – sowohl was Text wie auch was Melodie und Arrangement angeht. Eine Meisterleistung des fast 40-jährigen BAP-Schaffens!

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