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Frohe Weihnachten?

2020 war schon kein einfaches Jahr: erstmals konnte ich – „wegen Corona“ – Weihnachten nicht mit meinen Eltern feiern. Und dann hat uns das Virus mit seiner Delta-Variante auch 2021 wieder viel abverlangt. Der Juli 2021 war für mich persönlich einer der schwersten Monate überhaupt.

Am 14./15. Juli brach die Flutkatastrophe an Ahr, Swist, Erft, Vicht und Inde mit all ihren schrecklichen Folgen über meine Heimatregion ein. Viele von uns haben sich auf vielfältige Weise intensiv damit auseinandersetzen müssen, haben ihr Hab und Gut verloren. Und manche haben auch Verwandte, Arbeitskolleg:innen oder Freund:innen in den Fluten verloren. Es stehen weiterhin viel Solidarität und Arbeit an, um zumindest die wirtschaftlichen Folgen gemeinsam zu bewältigen.

Meine Familie und ich hatten an diesen beiden Tagen kaum eine Möglichkeit das Geschehen vor unseren Haustüren in Aachen und am Stadtrand von Bonn richtig zu verfolgen, denn mein Bruder Jörg lag schon schwer an Leukämie erkrankt im Krankenhaus. Und dennoch hatten meine Familie und ich in diesen Tagen noch Hoffnung, die uns einen Tag später, am 16. Juli, jäh genommen wurde. All diese Geschehnisse wirken bis heute bei mir nach.

Halten wir unsere lieben Verstorbenen in guter Erinnerung. Das lindert hoffentlich unser aller Schmerz. Vielleicht gibt uns Weihnachten, das wir in wenigen Tagen feiern werden, Trost, Hoffnung und Kraft in dieser schweren Zeit. Das wünsche ich Euch und uns allen.

Von Ralf Simon

... arbeitet beim katholischen Hilfswerk 'missio', ist Social-Media-affin und reist gerne mit der Bahn. Zudem schlägt sein musikalisches Herz für die Kölner Band NiedeckensBAP.

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