Kein Hazardspiel mit der Gentechnik!

Mit der Zulassung des Bt-11-Süßmais betreibt die EU-Kommission ein hastiges und kreuzgefährliches Spiel. Gegen den Willen des Ministerrates und gegen erhebliche wissenschaftliche Bedenken hat sie ein Produkt auf den Markt geworfen, dessen Risiken nicht geklärt sind. Romano Prodi setzt damit ein verheerendes politisches Signal – für die Interessen der Gentech-Branche, gegen die Interessen der VerbraucherInnen und LandwirtInnen.

Die völlig übereilte Entscheidung der Kommission lässt keinen anderen Schluss zu, als dass dies der Anfang einer systematischen Marktfreigabe genetisch manipulierter Lebensmittel ist. Zudem wird die Zulassung einer Vielzahl weiterer Gensorten vorbereitet, obwohl es in keinem EU-Land rechtsverbindliche Regeln für den Schutz der gentechnikfreien Produktion und entsprechende Haftungsregeln gibt.

Dieser leichtfertige Umgang mit genmanipulierten Pflanzen findet unter Federführung der CDU/CSU-Herren Böhmer, Stoiber und Teufel gerade seine Fortsetzung bei der grossflächigen Freisetzung von Gen-Mais in mehreren deutschen Bundesländern. Hier haben es die staatlichen Behörden sogar unterlassen, sich über die Freisetzungsflächen zu informieren. Dieser Erprobungsanbau ist ein Abenteuer, das zum Scheitern verurteilt ist.

Ich bedauere, dass die europaweite Ablehnung der Gentechnik durch VerbraucherInnen und Landwirte und wissenschaftliche Bedenken bei der EU-Kommission auf taube Ohren gestossen ist. Ich verurteile die hochgradig fahrlässige Entscheidung der Kommission ebenso wie das verantwortungslose Versteckspiel von Böhmer, Stoiber und Teufel.

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