Ein Konzert der Spitzenklasse!

War das ein Abend, war das eine Nacht! Irgendwie ist es unbeschreiblich, diese “Kapelle”, wie sie Wolfgang Niedecken selbst oft liebevoll umschreibt, endlich wieder live auf der Bühne zu erleben: die Saarlandhalle war mit ca. 3.500 Menschen gut gefüllt. Da waren die beiden Konzerte in Hückeswagen (WDR2-Tag / Mai ‘08) und in Köln (gegen den Anti-Islamisierungskonkress / September ‘08) zwar wichtige Konzerte, gaben auf die „Radio Pandora“-Tour jedoch nur einen kleinen Vorgeschmack.

Der Konzerttag begann dann auch schon BAP-mäßig mit der ca. 3 stündigen Autofahrt von Bonn nach Saarbrücken, wo ich auch gleich schon mit Kaffee und BAP-Sound von F. und dem saarländischen „Hühnerhaufen“ (Selbstbeschreibung der betroffenen Damen) begrüßt wurde. Der U. aus dem Schwabenländle war auch schon da und im Laufe des Nachmittags trudelten noch mehr Menschen bei F. ein.

Bevor es gegen 17.00 dann Richtung Saarlandhalle ging, „huldigten“ wir mit einem Grappa noch den fünf Helden.

Vor der Halle warteten um 17.30 Uhr bei eisiger Kälte bereits ca. 20 Fans auf den Einlass, der jedoch erst für 18.30 angesagt war. Bis dahin wurden weitere bekannte Gesichter begrüßt und die Körpertemperatur mit Glühwein und Bratwurst auf Level gehalten. Von außen waren vor allem schon die Werbedisplays für den Vertrieb der USB-Sticks zu sehen. Ganz besonders gefreut hat es mich, dass ich heute nun endlich mal Chrischi, den Webmaster der Website www.bap-fan.de, kennen lernen durfte. Seine Website feierte vor wenigen Tagen 10-jähriges Jubiläum, weswegen BAP auch das erste WarmUp-Konzert für diese Tournee in seinem Heimatort Neuried spielte. – Danke auch an H., der mir sein Hardticket überließ!

Nach dem Einlass ins warme Hallenfoyer genehmigten wir uns noch ein Bierchen, warteten geduldig auf den Einlass in die Halle selbst und sicherten uns schon mal per Tauschkarte die Eigentumsrechte an einem USB-Stick. Die Bühne war nur mit dem musikalischen Werkzeug sowie im Hintergrund mit ein paar Stoffbahnen wie gewohnt spartanisch ausgestattet: alle Konzentration gilt der Musik, den Texten und den Musikern.

Um 20.03 Uhr hatte die Warterei dann endlich am Ende! Die Band betrat nach einem Intro – kurze Rezitation aus Kerouacs Buch „On the road“ – die Bühne und intonierte Wat e Booch. Im Rockrhythmus ging es dann auch gleich rüber zu Musik, die nit stührt. W.N. lud seine Gäste sodann zu einer musikalischen Weltreise ein: er spannte den Bogen von „On the road“ über insgesamt 31 Songs, die alle von dieser Erde erzählen, von ihren Menschen, Ländern, Kulturen, Städten.

Ganz besonders gut gefallen haben mir die „Klassiker“ Bahnhofskino, ‘ne schöne Jrooß (inkl. der Hommage an meine Geburtsstadt Bonn), Nemm mich met sowie das etwas unbekanntere Rääts un links vum Bahndamm. Erfreulich war ebenfalls, dass es relativ viel Songs des neuen Albums „Radio Pandora“ auf die Setliste geschafft hatten; gerne hätte ich auch Prädestiniert gehört! Alles in allem rockte die Band jedoch richtig gut ab, was ich so etwa in der sechsten oder siebten Reihe mit guten Blick vor allem auf Wolfgang Niedecken und Werner Kopal genießen konnte. Sehr schön auch, dass Jürgen Zöller seine Drums etwas weiter nach vorne gezogen hatte, sodass er optisch nicht unterging!

Die gut drei Stunden waren in jedem Fall relativ schnell vorbei – so kurzweilig war das Programm, das mit einem Zugabenblock von sieben Liedern beendet wurde. Umwerfend gut finde ich dabei die Hommage an Rory Gallagher, dem zu Ehren Niedecken seinen Song A Million Miles Away in das Kölsche Millione Meile transkribiert hat. Auch dieser Song passt, wie allein der Titel schon erkennen lässt, in den Spannungsbogen der musikalischen Weltreise:

Diese fand dann ihren Abschluss mit dem lange nicht mehr live gehörten Wie ne blaue Ballon, bevor sich die Band still und leise verabschiedete und kino-mäßig ein Abspann mit Dank an alle Beteiligten über den Bühnenhintergrund ablief – musikalisch untermalt von What a wonderful world.

Ein wunderbares BAP-Konzert war soeben zu Ende gegangen. Selten habe ich ein BAP-Konzert emotional so verarbeiten müssen wie dieses. Das merkte ich schon gleich am Ende, als ich erst einmal noch ganz vorne an der Absperrung zu Bühne stehen blieb. Ich merkte es auch, als ich auf einmal zu einem Interview des Saarländischen Rundfunks gebeten wurde und über das soeben Erlebte erzählte. Der SR berichtete übrigens auch kurz im TV über das Konzert.

Der späte Abend ging dann im Foyer der Saarlandhalle noch etwas weiter, weil sich der eine oder die andere ja noch mit Fan-Klamotten und natürlich dem USB-Stick eindecken musste. Ein nettes Stück – ein Sammlerstück, denn alle Konzerte dieser Tour gibt es auch als mp3-Dateien (ohne USB-Stick und die damit verbundenen zusätzlichen Kosten) auch zum kostenpflichtigen Download.

Nach relativ kurzer Nacht, die durch ein nicht alltägliches Highlight aufgewertet wurde, …

Helmut Krumminga (rechts)
Helmut Krumminga (rechts)

… ging es nach dem Frühstück in meiner Privatunterkunft (Vielen Dank!!!) dann von Saarbrücken durch Eifel und Hohes Venn nach Aachen zurück. Klar, was da für Musik lief …

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