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Wolfgang Niedecken wird 70

31. Oktober 1984, Meckenheim: Wolfgang, Schmal, Major, Steve, Effendi, Jan un dä Fonz lassen es sich nicht nehmen, auf ein Kölsch mit uns Fans ein paar Worte zu wechseln.

Heute feiert Wolfgang Niedecken, Gründer der kölschen Rockband BAP seinen 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, alles Gute und vor allem Gesundheit wünsche ich dir!

(Dabei sah es vor knapp 10 Jahren gar nicht danach aus. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Es ist unübersehbar in meiner digitalen Kommunikation, in meinem Kleiderschrank, Plattenschrank, CD- und DVD-Regal (s.u.) aber auch in „meinem“ Zimmer, das mit zahlreichen Devotionalien ausgestattet ist, dass NiedeckensBAP – so nennt sich die Band inzwischen wieder – meine #Lieblinxkapelle ist und eine wichtige Rolle in meinem Leben spielt. Mit dem Hashtag #Lieblinxkapelle zeichne ich viele meiner Tweets und Instagrambilder aus.

Bei inzwischen über einhundert besuchten BAP-Konzerten züglich diverser anderer Veranstaltungen gibt es natürlich so einiges zu erzählen.

Wo soll ich anfangen?

Zum Beispiel beim 31. Oktober 1984. Ich wohnte damals noch bei meinen Eltern in Alfter-Oedekoven, am westlichen Stadtrand von Bonn. Ein Haufen Kumpels schwang sich am frühen Nachmittag auf die Mopeds, um zur knapp 20 Kilometer entfernten Meckenheimer Mehrzweckhalle zu fahren, wo an dem Abend BAP auftrat. Da der nächste Tag Allerheiligen und somit schulfrei war und zudem die Sonne wunderbar spätherbstlich schien, packten wir alles Notwendige zum Grillen auf unsere Mopeds: Grill, Kohle, einen Karton Kölsch-Gläser. Das Pittermännchen transportierte ich im Bauch meines blauen 50er Vespa-Rollers, auf dem vorne der blaue BAP-Aufkleber prangte. Das Grillgut erwarben wir im benachbarten Supermarkt.

An der Mehrzweckhalle in Meckenheim angekommen, suchten wir den „Nebeneingang“, durch den die Band wohl ihr Equipment in die Halle reinräumen würde. Gesucht und gefunden und dort dann irgendwie gemütlich gemacht, den Grill angemacht, das erste Bier gezapft. Und auf die Band warten …

Zuerst aber kam der Hausmeister. Der meinte, da würde gleich eine Musikgruppe kommen und die bräuchten etwas Platz für ihre Autos und der Eingang müsste frei gemacht werden. Natürlich hatten wir den unscheinbaren Hintereingang freigelassen. Mit einem frisch gezapften Kölsch konnten wir den Hausmeister überzeugen, dass die Band ihr Material schon ungehindert in die Halle wird bringen können. Und wir waren uns nun gewiss, dass wir die richtige Seitentüre erwischt hatten.

W. Niedecken: Meckenheim Mehzweckhalle (Polaraoid)
Polaroid-Aufnahme vor dem Konzert am 31.10.1985 in Meckenheim; aus der Reihe „Hundertmohl” (1981-1992) von Wolfgang Niedecken. Ob die zwei am Moped abgelichteten Gestalten zu unserer Gruppe gehören, kann ich nicht erkennen. | Repro: Ralf Simon

Nicht viel später knatterten dann auch schon zwei oder drei LKWs und mehrere PKWs auf den Parkplatz. Es gab große Augen ob des Empfangs! Die Band war sich einig, dass sie zuerst helfen müsse, Gitarren, Schlagzeug, Musikanlage etc. in die Halle zu bringen, damit die Roadies mit dem Aufbau beginnen könnten. Gesagt, getan. Danach ließen es sich Wolfgang, Schmal, Major, Steve, Effendi, Jan un dä Fonz es sich aber nicht nehmen, auf ein Kölsch raus zu kommen und mit uns ein paar Worte zu wechseln. Dies war die erste von vielen weiteren persönlichen Begegnungen – vor allem mit Wolfgang Niedecken.

Klar, die Zeit verging viel zu schnell, aber es stand ja noch ein Soundcheck an. Als dieser dann vorbei war, kam der Manager, Roland „Balou“ Temme, zu uns raus und lud uns ein, vor dem offiziellen Einlass durch die Garderobe in Reihe Eins zu kommen. Das nahmen wir natürlich gerne an, wedelten aber auch mit unseren Eintrittskarten, um nicht den Eindruck zu erwecken, wir wollten uns den Zutritt zum Konzert erschleichen. Tickets gingen damals weg wie warme Semmeln und Konzerte waren binnen Tagen ausverkauft.

Das digital remastered „zwesche Salzjebäck un Bier“-Album mit Bonus CD (anno 2006) vor einer Auswahl meiner BAP-Literatur.

So genossen wir das legendäre dreieinhalb- bis vier-Stunden-Konzert der „zwesche Salzjebäck un Bier“-Tour. Das Konzert begann mit „Nemm mich met“. Was für ein Ding!

Weiter ging es dann u.a. mit damals so neuen Sonx wie „Diss Naach ess alles drinn“, „Bahnhofskino“ oder auch „Sendeschluss“ – in der ersten Reihe! Beim sechsten Konzert in der ERSTEN REIHE! Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein.

Nassgeschwitzt und überglücklich fuhren wir gegen Mitternacht von Meckenheim auf unseren Mopeds nach Alfter zurück.

P.S.: Zum Header-Bild dieses Artikels erfährst du » hier mehr.

Von Ralf Simon

... arbeitet beim katholischen Hilfswerk 'missio', ist Social-Media-affin und reist gerne mit der Bahn. Zudem schlägt sein musikalisches Herz für die Kölner Band NiedeckensBAP.

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