InterRail, Tag 8: Le Croisic

InterRail 1989 durch Frankreich

21. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Aufgestanden gegen 8.30 Uhr; warte jetzt darauf, dass die beiden Kieler ihre Rucksäcke gepackt haben, damit wir gemeinsam zum Frühstück gehen können. Nach dem Frühstück – ich habe den camembert aufgegessen – gehen wir gegen 10 Uhr zum Bahnhof. Die zwei fahren nach La Rochelle weiter und ich sitze jetzt in dem 10.19-Uhr-Zug nach Le Croisic.

Habe angefangen den „Info 3/89“-Artikel Allgemeines zum Diözesantreffen zu schreiben. Hinter La Baule sehe ich die ersten Salzfelder. Seit St. Nazaire hält der Zug an fast jeder Mülltonne. 11.30 Le Croisic, bewölkt, keine Sonne, ca. 25 C.

InterRail 1989: Postkarte (2) aus Le Croisic
InterRail 1989: Postkarte aus Le Croisic

Abfahrt wieder um 17.27 (oder 12.29, 13.17, 15.01). Bin durch’s Dorf gegangen und habe noch zwei Postkarten und vier Briefmarken (12,40 FF) gekauft. Der Strand ist anfangs aus feinem sand und jetzt bei Ebbe ist die sehr felsige Küste zu sehen. Ich gehe ein paar Minuten über die Felsen, bleibe hier und da stehen. Ein einmaliger Eindruck: Zwischen den Felsen sind Schluchten, Löcher, mit glasklarem Salzwasser. Auf den Felsen mengenweise Muscheln, sehe kleine Krebse umherlaufen. Es fängt an hzu tröpfeln. Gehe in eine Creperie Mittagessen: Crepes Sorbet mit Ananas- und Zitronen-Eis und trinke einen Aprikosensaft dazu – das alles für nur 36 FF incl. einer Tasse Kaffee.

Die Sonne ist inzwischen durchgebrochen und ich liege jetzt auf einem felsen an der Küste. Super! Hin und wieder ein Auto, Möwengeschrei, das Rauschen der ansteigenden Flut …

Gehe jetzt durch den Ort zurück.Komme an der kirche vorbei, schön kühl, bleibe etwa 15 Minuten, erbaut 1494-1507. Gehe weiter, kaufe zwei Postkarten (3,40 FF) und wechsle in der Post Geld: 670 FF für 200 DM. Auf dem weg zum Bahnhof auf einen Hügelturm mit Blick über die ganze Halbinsel: super! Die Salzfelder, Hafen, Orte, das Meer bieten ein schönes Bild. Treffe drei Kölner, die hier drei Wochen Urlaub machen. Hier machen viele Deutsche Urlaub: die Postfrau sprach fleißend deutsch. Auch sehe ich viele deutsche Autos: BIT, D, FR, …

Gegen 15.30 Uhr gehe ich zurück zum Hafen kaufe im Supermarkt eine Tüte Chips und eine Tüte Ananassaft (12,40 FF). Sitze jetzt am Hafenkai für 1 1/2 Stunden. Sehe, wie die Flut unaufhörlich ansteigt. Vor mir eine kleine Sandbank, die langsam aber sicher verschwindet. Hier im Hafen ist eine starke Strömung, wie ich sie noch nie am Meer gesehen habe: Die Strömung geht wegen der Flut landeinwärts.

InterRail 1989: Postkarte (1) aus Le Croisic
InterRail 1989: Postkarte aus Le Croisic

Gehe nochmal die Promenade entlang. Souvenirläden sind inzwischen geöffnet, da auch mehr Touristen (D, NL, GB) rumlaufen. Kaufe mir noch einen Le-Croisic-Aufnäher (13,50 FF) und gehe dann zum bahnhof. Abfahrt nach Nantes: 17.27 Uhr. Ankunft: 18.15.

Gehe direkt zur JH. Dort wartet die Münchnerin auf mich, da sie für uns gemeinsam kochen wollte. Also legen wir los: Tomatensalat, Schweineschnitzel in Weinsoße mit Paprika, reis und als Nachtisch Pfirsische.

Gehe danach ins Zimmer und nähe mit Mühe und Not den Le-Croisic-Aufnäher an. Diese Nacht schlafen zwei Schwarzwälder bei mir im Zimmer. Sie sind im Moment noch unterwegs. Gute Nacht!

1 Kommentar

  1. Pingback: InterRail vor dreißig (!!) Jahren – Ralf Simon

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