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InterRail, Tag 12: Clermont-Ferrand – Perpignan

25. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)! Und Digitalkameras liegen auch noch in ferner Zukunft.

8 FF von gestern Abend notiert. Stehe gegen 8 Uhr auf. Frühstück. Rucksack packen. Kaufe am Bahnhof 10er-Pack Briefmarken (22 FF) und eine Postkarte (1,70 FF). 9.18 Uhr Zug nach Neussargues. Nach langer Zeit wurde noch einmal mein InterRail-Ticket kontrolliert. An der l’Allier vorbei geht’s nach Issoire. Die Berge hoch stelle ich fest, dass der Zug von einer Diesel-Lok gezogen wird. Brassac les Mines: ca. 10 Uhr; im Bahnhof von Arvant stehen Güterwaggons der DB: 10.15 Uhr.

Nach Lemdes richtig in’s Gebirge hinein, mehrere Tunnel hintereinander. Auch hier Waldsterben. Sehe an den Bahnübergängen viele NL. 11.05 in Neussargues an, umgestiegen, um 11.15 Uhr ab nach Beziers. Sitze jetzt gegenüber eines Priesters, der Deutsch spricht. Gute Gespräche. Jetzt wieder mit E-Lok unterwegs. Am Viaduc de Garab über einen See mit genialem Blick. Brücke von Gustav Eiffel erbaut – natürlich mit Stahl.

Lanzere: 1029,6 m ü. NN – interessante Oberleitung, keine normalen Masten, sondern halbrunde, die die Gleise komplett überspannen. Entlang der N9: schönes Tal.

Marvejols: 681,1 m ü. NN., 12.40 Uhr; Severac le Chateau: 13.15 Uhr. Bei Larnac: gewaltloser Widerstand von Bauern und MRJC gegen Ausbau eines militärischen Versuchslagers. Millau, 13.45 Uhr. Pfarrer, mit dem ich mich viel unterhalten und der mir so einiges über die Gegend erläutert hat, steigt in Montpaon aus. Lunas: kleiner Campingplatz direkt am sauberen Bach! 15.00 Uhr: Bedarieux. Seit Millau: wolkenlos, Mittelmeerklima setzt sich durch. 15.40 Uhr: Beziers; am Bahnhof Michelin-Karte gekauft (7,50 FF).

Gehe jetzt ins Stadtzentrum: ein Modegeschäft neben dem anderen. Endlich was Essbares: ein Nutella-Crepes (10 FF). Abendessen um 17 Uhr: ein Baguette mit Camembert und 100 gr Salami (18,05 FF); und noch eine Packung Kekse (7,80 FF).

Bin wieder zum Bahnhof. Da es hier in Beziers keinen Camping-Platz gibt, fahre ich weiter nach Perpignan, wo es eine Jugendherberge gibt. Planmäßige Abfahrt: 18.04 Uhr, real 18.20. Zwischen Narbonne und Perpignan direkt am Mittelmeer entlang; wieder Salzfelder.

19 Uhr: Perpignan. Suche die Jugendherberge ca. eine Stunde lang; ein Obdachloser zeigt mir den Weg. In der Jugendherberge sind viele vor mir dran. Buche für eine Nacht mit Frühstück für 50 FF. Dusche. Gehe Essen und trinke ein Bier (6 FF) dazu. Spiele mit zwei Hamburgern Skat. 23 Uhr ins Bett.

InterRail 1989: Postkarte aus Perpignan
InterRail 1989: Postkarte aus Perpignan – „Nach Nantes war ich on Clermont-Ferrand. Dann bin ich weiter nach Beziers/Mittelmeer. Habe dort aber keinen Zeltplatz gefunden. Bin daher weiter südlich nach Perpignan in die Jugendherberge. …“ (Fortsetzung morgen)
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InterRail, Tag 11: Nantes – Clermont-Ferrand

24. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)! Und Digitalkameras liegen auch noch in ferner Zukunft.

Paul (einer der Freiburger KLJB’ler) weckt uns um 6 Uhr, weil es anfängt zu regnen. Der Turnhallenmeister öffnet uns die Türen und schon nach wenigen Sekunden schüttet es vom Himmel. Bis 8 Uhr schlafen wir weiter. Wolfgang ist um 8.30 Uhr weg und ich gehe – nach Verabschiedung von den Augsburgern – mit den Freiburgern am Bahnhof für 20,20 FF frühstücken.

Um 10.29 Uhr geht mein Zug in Richtung Grenoble, steige aber in Moulins um. Kaufe mir vor der Abfahrt noch was Verpflegung (Kekse, Wasser: 6,10 FF) und die Zeitung Press Ocean, in der ein Foto von Claudia, Beate, Thomas und mir drin ist:

InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean.
InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean. Siehe dazu auch den Blogbeitrag vom 22. Juli 1989.

12.30 Uhr: Tours; 14.48: Moulins-sur-Allier. Umsteigen, 14.51 Abfahrt nach Clermont-Ferrand. Schön kühl im Abteil. Das Zentral-Massiv ist schon in Sichtweite. Das Wetter ab Renan: 1/4 bewölkt, sonnig. Fahre hinter Ryon an einer LKW-Teststrecke (des Militärs?) vorbei.

Bahnstrecke Nantes - Clermont-Ferrand
Interrail 1989: Bahnstrecke Nantes – Clermont-Ferrand

16.15 Uhr Ankunft in Clermont-Ferrand, finde sofort die Jugendherberge und gehe zurück zum Bahnhof zur Tourist-Info. Der Mann spricht fließend Deutsch. 17 Uhr wieder in der Jugendherberge (Zimmer 16): 43 FF inkl. Frühstück. Dusche!

Gehe in die Stadt. Es fängt an zu regnen, an zu schütten. Gehe kurz in die Kathedrale und durch die Fußgängerzone. Esse ein Salami-Baguette und trinke einen kaffee (14 FF). Im Regen dann zurück zu Jugendherberge. Danach nochmal zum Bahnhof: telefoniere für 5 FF nach Hause. (…)* Zurück in die Jugendherberg, noch ein Bier (Rechnung auf morgen). Gute Nacht!

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(…)* rein private, familiäre Dinge

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InterRail, Tag 10: Nantes – Fete du MRJC

23. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Werde gegen 7.30 Uhr wach. Der Bus fährt um 8 Uhr wieder in Richtung Le Beaujoire (Nantes). Frühstück mit Wolfgang; treffenuns um 10 mit den anderen. Gehen nach einiger Anlaufzeit durch die Hallen und essen gemeinsam mit den Bayern für 20 FF zu Mittag. Gehen danach wieder durch die Hallen und lassen und von den beiden Dolmetscherinnen viel übersetzen. Sie machen ihre Arbeit wirklich sehr gut!

(…) gab es in den fünf Messehallen allerhand zu sehen, erfahren und mitzumachen. U.a. standen Themen wie Stadt-Land-Konflikt und Kommunikation zur Wahl. Daneben hatten die Partnerorganisationen der MRJC Informationsstände aufgebaut. An die Workshops, die zeitlich und teilnehmermäßig ungebunden waren, fügte sich am Nachmittag eine öffentliche Kundgebung an. Hier wurden „die neun Rechte der europäischen Landjugendlichen“ (siehe ganz unten) formuliert, um die Zukunft mitgestalten zu können.

Auszug aus einem Bericht, den ich 1989 für die Zeitungen der KLJB-im Erzbistum Köln (Info, 3/89) und des KLJB-Bundesverbandes (Bundesforum, 7/89) schrieb.

Sitzen jetzt im Schatten und warten auf die Messe um 17 Uhr. Wolfgang, die Freiburger und sich sitzen zusammen.

InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) - Gottesdienst
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) – Gottesdienst

Nach der Messe gehen wir Abendessen (20 FF) und ein Bier (10 FF). Dort treffen wir BdL’ler aus Hamburg.

Am Abend (21-22 Uhr) findet zuerst in der Halle ein Theaterstück statt und ab 22 Uhr das Super-Konzert mit der bretonischen Band Tri-Yann.

InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) - Tri Yann
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) – Tri Yann

Das am Abend aufgeführte Theaterstück „Leben – Ausdruck junger Landjugendlicher“ von MRJC’ler*innen der Region Pays-de-Loire, verdeutlichte den Konflikt zwischen dem Leben auf dem Land und dem Arbeiten in der Stadt.
Abgeschlossen wurde die Fete wiederum mit einem Open-Air-Konzert: Die bretonische Folklore-Band Tri Yann begeisterte zwei Stunden lang das junge Publikum.

Auszug aus einem Bericht, den ich 1989 für die Zeitungen der KLJB-im Erzbistum Köln (Info, 3/89) und des KLJB-Bundesverbandes (Bundesforum, 7/89) schrieb.

Da wir nicht mehr mit dem Bus 85H fahren können, finden wir eine Unterkunft bei den Freiburgern. In der Turnhalle ist eine so stickige Luft, dass wir nach dem Duschen draußen schlafen – ohne Zelt.

Am Montag, 24. Juli 1989 berichtet die Regionalzeitung „Press Ocean“ mit zahlreichen Artikeln über das große MRJC-Treffen. Diese habe ich über zwei Blogbeiträge verteilt.

InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli)
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli)
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli)
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli)

Les neuf droits
Die neun Rechte der Landjugendlichen

InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) - Les neuf droits
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli)

Linktipps:
Mouvement de la Jeunesse Rural Chretienne (MRJC)
Katholische Landjugendbewegung (KLJB)

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InterRail, Tag 9: Nantes – Fete du MRJC

22. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Bin mit den Freiburger um 8.10 aufgestanden, gemeinsam gefrühstückt und um 9.45 zum Bahnhof gegangen. Ich warte jetzt um 10 Uhr hier auf KLJB’ler*innen, die vielleicht um 10.13 mit einem Zug aus Paris ankommen. Aber keine kam. Daher bin ich dann zum Cours St. Pierre, wo schon viele MRJC’ler*innen Vorbereitungen trafen. Das habe ich mir dann eine Zeit lang angeschaut und bin dann zum vereinbarten Treffpunkt vor der Kathedrale gegangen.

Ca. 11.30 Uhr. Mache ein KLJB-Schild an meinen Rucksack. Gehe gegen 11.45 zum Cours St. Pierre zurück. Melde mich offiziell an , bin der erste Deutsche und setze mich auf meine Iso-Matte. Da kommen Thomas, Claudia und Beate. Sie setzen sich zu mir.

InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean.
InterRail 1989: Die Delegation der KLJB Köln in der Presse-Ocean.

Wolfgang kommt auch dazu und auch die Freiburger, u.a. mit Paul. Uns fünf Kölner KLJB’ler*innen werden zwei (!!) Dolmetscherinnen zugeteilt. Der Platz füllt sich. Die Bundesstelle ist um 14 Uhr nicht an der Kathedrale, aber um 15 Uhr auf dem Platz. Ca. 6-7.000 Jugendlkiche. Ansprachen u.a. vom Bischof von Nantes und vom Sport- und Jugendminister. Danach Umzug durch die Stadt. SUPER!

InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) - Bürgermeister, Minister, MRJC-Vorsitzende
InterRail 1989: Press Ocean (Ausgabe vom 24. Juli) – Bürgermeister, Minister, MRJC-Vorsitzende

Trinken am Ende vor der Kathedrale noch ’nen Cafe au lait, den uns Thomas spendiert. Danach besorgen wir uns einen Sitzplatz in einem der vielen Busse. Als internationale Gäste haben wir Vorrechte: Der Buskorso wird von Polizei-Streifen eskortiert. Es geht nach La Beaujoire, ins Messegelände. Unsere Dolmetscherinnen Emanuelle und Emanuelle besorgen uns für 20 FF ein Abendessen.

„Wir sind 10.000, um dieses Wochenende hier in Nantes ein großes Fest zu feiern“, so begann am Samstagnachmittag auf dem Cours Saint Pierre, einem großen Platz hinter der Kathedrale, die Vorsitzende der MRJC ihre Begrüßungsrede. Auch der Bischof von Nantes, Msgr. Marcus, und der französische Jugend- und Sportminister, Roger Bambuck, richteten Grußadressen an die versammelten Landjugendlichen. Nach dem Steigenlassen von mehreren hundert Luftballons, Symbol für die enge Verbindung mit den anderen internationaslen Landjugendverbänden, und einem begeisterte, farbenfrohen Umzug durch das Stadtzentrum von Nantes, ging es mit Bussen in das am Stadtrand gelegene Messezentrum „Parc des Expositions de la Beaujoire“. Ein Open-Air-Konzert von „Louis Bertignac et les visiteurs“ und von „Charlelie Couture“ verlängerten den ersten Tag bis in die Nacht.

Auszug aus einem Bericht, den ich 1989 für die Zeitungen der KLJB-im Erzbistum Köln (Info, 3/89) und des KLJB-Bundesverbandes (Bundesforum, 7/89) schrieb.

Hier ist tierisch was los. Beim Organisieren des Abendessens kommen wir in die Großküche, wo alles frisch zubereitet wird. So kommt es dann auch, dass wir das Essen am Stand der PRIORITAIRES erhalten. Dazu trinke ich dann ein kühles, französisches Bier (10 FF).

Ach ja, von Emanuelle haben wir erfahren, dass wir keinen Teilnahmepreis bezahlen müssen, aber trotzdem den Fahrtkostenzuschuss erhalten.

InterRail 1989: Die Zeitung Presse-Ocean mit einem großen Sonderteil zum MRJC-Fest.
InterRail 1989: Die Zeitung Presse-Ocean mit einem großen Sonderteil zum MRJC-Fest.

Am Montag, 24. Juli 1989 berichtet die Regionalzeitung „Press Ocean“ mit zahlreichen Artikeln über das große MRJC-Treffen. Diese habe ich über zwei Blogbeiträge verteilt.

Wir sitzen jetzt praktisch vor der Orga-Zentrale und dem Sanitäter-Ort: guter Betrieb, vor allem für die Sanis. Gerade ist ein Arzt angekommen.

Wir gehen jetzt zum Musik-Konzert. Zwei Gruppen treten auf. Die erste spielt schön rockig, die zweite hat einen intellektuellen Touch. Claudia, Thomas und Beate gehen zum Zeltplatz. Wolfgang und ich bleiben noch bis 23.30 und suchen dann den Bus 85H; finden ihn nach einiger Zeit. Busfahrer ist sehr nett. Der Bus füllt sich langsam mit Jugendlichen aus der Vendee und aus der Gegend des Genfer Sees. Fahren ca. 24 km nach Nord-sur-Erdre und übernachten dort in einer Turnhalle.

Linktipps:
Mouvement de la Jeunesse Rural Chretienne (MRJC)
Katholische Landjugendbewegung (KLJB)

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InterRail, Tag 8: Le Croisic

21. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Aufgestanden gegen 8.30 Uhr; warte jetzt darauf, dass die beiden Kieler ihre Rucksäcke gepackt haben, damit wir gemeinsam zum Frühstück gehen können. Nach dem Frühstück – ich habe den camembert aufgegessen – gehen wir gegen 10 Uhr zum Bahnhof. Die zwei fahren nach La Rochelle weiter und ich sitze jetzt in dem 10.19-Uhr-Zug nach Le Croisic.

Habe angefangen den „Info 3/89“-Artikel Allgemeines zum Diözesantreffen zu schreiben. Hinter La Baule sehe ich die ersten Salzfelder. Seit St. Nazaire hält der Zug an fast jeder Mülltonne. 11.30 Le Croisic, bewölkt, keine Sonne, ca. 25 C.

InterRail 1989: Postkarte (2) aus Le Croisic
InterRail 1989: Postkarte aus Le Croisic

Abfahrt wieder um 17.27 (oder 12.29, 13.17, 15.01). Bin durch’s Dorf gegangen und habe noch zwei Postkarten und vier Briefmarken (12,40 FF) gekauft. Der Strand ist anfangs aus feinem sand und jetzt bei Ebbe ist die sehr felsige Küste zu sehen. Ich gehe ein paar Minuten über die Felsen, bleibe hier und da stehen. Ein einmaliger Eindruck: Zwischen den Felsen sind Schluchten, Löcher, mit glasklarem Salzwasser. Auf den Felsen mengenweise Muscheln, sehe kleine Krebse umherlaufen. Es fängt an hzu tröpfeln. Gehe in eine Creperie Mittagessen: Crepes Sorbet mit Ananas- und Zitronen-Eis und trinke einen Aprikosensaft dazu – das alles für nur 36 FF incl. einer Tasse Kaffee.

Die Sonne ist inzwischen durchgebrochen und ich liege jetzt auf einem felsen an der Küste. Super! Hin und wieder ein Auto, Möwengeschrei, das Rauschen der ansteigenden Flut …

Gehe jetzt durch den Ort zurück.Komme an der kirche vorbei, schön kühl, bleibe etwa 15 Minuten, erbaut 1494-1507. Gehe weiter, kaufe zwei Postkarten (3,40 FF) und wechsle in der Post Geld: 670 FF für 200 DM. Auf dem weg zum Bahnhof auf einen Hügelturm mit Blick über die ganze Halbinsel: super! Die Salzfelder, Hafen, Orte, das Meer bieten ein schönes Bild. Treffe drei Kölner, die hier drei Wochen Urlaub machen. Hier machen viele Deutsche Urlaub: die Postfrau sprach fleißend deutsch. Auch sehe ich viele deutsche Autos: BIT, D, FR, …

Gegen 15.30 Uhr gehe ich zurück zum Hafen kaufe im Supermarkt eine Tüte Chips und eine Tüte Ananassaft (12,40 FF). Sitze jetzt am Hafenkai für 1 1/2 Stunden. Sehe, wie die Flut unaufhörlich ansteigt. Vor mir eine kleine Sandbank, die langsam aber sicher verschwindet. Hier im Hafen ist eine starke Strömung, wie ich sie noch nie am Meer gesehen habe: Die Strömung geht wegen der Flut landeinwärts.

InterRail 1989: Postkarte (1) aus Le Croisic
InterRail 1989: Postkarte aus Le Croisic

Gehe nochmal die Promenade entlang. Souvenirläden sind inzwischen geöffnet, da auch mehr Touristen (D, NL, GB) rumlaufen. Kaufe mir noch einen Le-Croisic-Aufnäher (13,50 FF) und gehe dann zum bahnhof. Abfahrt nach Nantes: 17.27 Uhr. Ankunft: 18.15.

Gehe direkt zur JH. Dort wartet die Münchnerin auf mich, da sie für uns gemeinsam kochen wollte. Also legen wir los: Tomatensalat, Schweineschnitzel in Weinsoße mit Paprika, reis und als Nachtisch Pfirsische.

Gehe danach ins Zimmer und nähe mit Mühe und Not den Le-Croisic-Aufnäher an. Diese Nacht schlafen zwei Schwarzwälder bei mir im Zimmer. Sie sind im Moment noch unterwegs. Gute Nacht!

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InterRail, Tag 7: Nantes

20. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Aufgewacht um 7.30 Uhr, 8.30 aufgestanden, 9-9.30 gefrühstückt, danach in die Stadt: Jardin du Plantes, Cathedrale, Chateau, Place Ste Croix, Place Royale, Place du Commerce, Passage Pommeraye, auf der Rue Santeuil haben die beiden Kieler und ich zu Mittag gegessen: ein Salade Fraiche und ein Croque Dore (25,90 FF).

Dann weiter zum Musee Jules Verne. Vorher noch ein Liter Milch (5,70 FF) getrunken, dann das Museum (5 FF): wirklich empfehlenswert, mit deutsch-sprachigem handzettel im Preis incl.; zurück durch die City, dort noch eingekauft: eine Fl. Sprite, eine Fl. Wein, zwei Packungen Kekse (24 FF). Im Jardin du Plantes Pause gemacht auf dem Rückweg zur JH.Dort erstmal gut auf’s Bett gelegt und ausgeruht.

InterRail 1989: Aus dem Flyer-Guide des Jules-Verne-Museum in Nantes.
InterRail 1989: Aus dem Flyer-Guide des Jules-Verne-Museum in Nantes.

Im Kursbuch der Kieler suche ich mir eine Bahnstrecke durch die Auvergne bzw. das Zentral-Massiv. Die Münchnerin hat für uns drei, drei weitere Kieler und zwei Engländerinnen gekocht: Spaghetti mit richtiger Tomatensoße, gebratenen Auberginenscheiben und als Nachtisch gekochte Pfirsische in Weinsoße. Alle Mann haben zusammen gespült und abgetrocknet und für das Mahl 15 FF bezahlt. dann in’s Zimmer und so langsam bettfertig gemacht. habe den Griff für den Kochtopf ausgeliehen und er kam nicht mehr zurück.

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InterRail, Tag 6: La Rochelle – Nantes

19. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Um ca. 7.30 Uhr aufgestanden; die Hammer-Mädels packen schon das Zelt zusammen und fahren Richtung Spanien/Portugal weiter. Ich koche mir im Zelt den Kaffee, da es draußen ziemlich windig ist. Die Sonne kommt aber wieder durch – keine Wolken.

InterRail 1989: Quittung für drei Übernachtungen auf dem Campingplatz in La Rochelle

Jetzt sitze ich im Bahnhofscafe. Nach dem Packen des Rucksacks habe ich noch den Zeltboden sauber gemacht, sodass die ganze Aktion ca. zwei Stunden dauerte. Bezahlt habe ich für die drei Übernachtungen 50,10 FF (je Nacht also 16,70 FF) und war damit mehr als drei Mal so preisgünstig als die JH. Jetzt gleich werde ich mir noch Die Welt (8 FF) reintun, bis um 11 Uhr der Zug nach Nantes kommt. Und einen Cafe au lait trinke ich dazu (10 FF). Pünktliche Abfahrt. Im Zug nähe ich jetzt den La-Rochelle-Aufnäher auf den Rucksack und lese die Zeitung.

? Uhr Ankunft in Nantes. Lasse den Rucksack am Bahnhof (12 FF). Finde relativ schnell die JH, die aber erst um 17 Uhr wieder aufmacht. Gehe in die Stadt. Als erstes in die Kathedrale; dort zwei Postkarten (3,40 FF) gekauft. Der Reiseführer kostet 3 FF; schön kühl hier drin. Gehe dann noch einkaufen: eine Dose Cola, eine Dose Ravioli, eine Fl. Rose, eine Tafel Milka (24,10 FF).

InterRail 1989: Postkarte der Kathedrale von Nantes
InterRail 1989: Postkarte der Kathedrale von Nantes

Zurück zum Bahnhof, wo mich ein Franzose auf’s BAP-T-Shirt anspricht, am Chateau vorbei, das Gepäck abgeholt und zur JH. Dort sind schon zwei Kieler vor mir, mit denen ich schnell in Kontakt komme und jetzt auf einem 3er-Zimmer liege: 156 FF für drei Nächte inkl. Frühstück. Die Ravioli habe ich mir in der Küche warm gemacht, wo ich mit einer Münchnerin ins Gespräch komme.

Nach dem Abendessen nochmal in die Stadt – die Kieler sind Pizza essen. Zum telefonieren 5 FF für eine Minute und anschließend Mutters Rückruf. Danach wieder zurück in die JH. In unserem Zimmer kann man das Fenster nicht öffnen; das sagte man uns schon beim empfang. Als wir dann aber feststellen, dass das Licht im Zimmer defekt ist, gehen die beiden Kieler reklamieren. Umgehend erhalten wir Zimmer 27 (vorher 9), ganz oben unter’m Dach: schöner Ausblick über Nantes. Hier müssen wir jedoch feststellen, dass das Licht in der Waschzelle nicht funktioniert, weil die Neonröhre weg ist. Allgemeines Amusement darüber. Na ja, morgens um 5, wenn’s noch dunkel ist, rasiert sich sowieso keiner von den beiden und ich ja auch nicht.

Gute Nacht. Habe gerade noch zwei Postkarten geschrieben, die aber erst morgen in den Briefkasten wandern.

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InterRail, Tag 5: La Rochelle

18. Juli 2019 | InterRail vor 30 Jahren: Wie es zu diesem „alten“ Blogbeitrag kommt, habe ich hier beschrieben.
Ich lege also unvermittelt mit dem Tagebuch von damals los! Denkt dran: Wir sind in 1989 – die Mauer ist noch nicht gefallen, es gibt noch DM und Französische Francs (FF)!

Die Sonne steht schon am Himmel, als ich aufstehe. Beim Waschen merke ich, dass ich zumindest auf den Schultern einen tierischen Sonnenbrand habe – na denn viel Spaß beim Rucksack tragen!

Als Frühstück: zwei Tassen Kaffee und ein paar Kekse. Währenddessen kommen wieder zwei Mädels aus Deutschland, die mich nach einem Hammer fragen, mit Rucksäcken an.

Endlich kommt der fahrende Bäcker! Für 3 FF kaufe ich eine Stange Baguette, damit ich Brot für Abendessen und morgiges Frühstück habe. Gehe jetzt noch eine Flasche Sonnenmilch (33 FF) kaufen und dann ab den Strand von Minimes. Draußen auf See sind zig Segelboote und immer mehr kommen aus dem hafen von La Rochelle und Les Minimes.

InterRail 1989: Immer ein Sound im Ohr ...
InterRail 1989 – Immer ein Sound im Ohr: „’sch lieje fuhl ahm Strand röm, hüür de Welle un isch spell mem Sand, loss en durch de Finger rinne …“
InterRail 1989: Ein Kassenbon aus La Rochelle

Bin jetzt gegen 14 Uhr vom Strand zurück. Gehe in die Stadt für Abendessen und Frühstück einkaufen. Mache vorher aber hurzen Halt, weil beim Umbau einer Musikbühne Sting von CD läuft. Höre genüsslich zu!

Danach in’s Kaufhaus: 2 Tomaten, 2 Mettwürstchen, 1 kl. Pckg. Speck, 1 Fl. Wein, 250 gr Nudeln und einen Camembert für insgesamt 40,75 FF.

Teilweise habe ich mir das dann zum Abendessen gemacht: zuerst die Nudeln gekocht (ohne Salz), in den Teller getan, den Speck und die Mettwürstchen angebraten (ohne Öl, Butter, weil ja Eigenfett) und dann die Nudeln dazu gegeben – hat aber gut geschmeckt! Nur das Saubermachen des Topfes, der Speck war angebrannt, war ein kleines Problem.

Bin nochmal in die Stadt gegangen, um Musik zu hören. Habe mir am letzten Abend in La Rochelle noch ein Eis zu 15 FF geleistet. Danach noch zum Bahnhof, um kostenlos und mit Papier auf Toilette gehen zu können.

Um ca. 21.45 Uhr wieder zurück: zweites Abendessen. Dazu Musik: Francofolies, u.a. Jacques Higelin, Musik aus der Box der Dänen (Rap), und deutsche Musik (Tote Hosen) von den Calwer Mädels. Die sind jetzt auch zu mir rübergekommen und erzählen mir, dass sie heute nacht von 1 Uhr bis morgen Nachmittag 16 Uhr mit auf Fischfang gehen dürfen: Ein „Seebär“ und ein „Lehrling“ auf einem 10-Meter-Kutter, alles per Handarbeit – vom Netzflicken bis zum Fischfang machen die selbst. – 23.10 Uhr: Gute Nacht!